In meinen Jahren im Banking habe ich zahlreiche Krisen sehr direkt miterlebt. Lebhaft in Erinnerung sind die Panik vor einer Kernschmelze im Finanzsystem in der Finanzmarktkrise, fliegende Tastaturen im Handelsraum vor dem ersten Lockdown oder der Schock des Ausbruchs des Ukraine-Kriegs, wo plötzlich Kolleg:innen aus der Ukraine sich um ihr Leben sorgten.
Als Leiter des Equity Research und im Vertrieb war es in Krisenzeiten wichtig sich nicht zu verstecken, sondern mit fundierten Ersteinschätzungen und Handlungsmöglichkeiten präsent zu sein, um für Orientierung zu sorgen. Das wird geschätzt, denn gerade da ist die Unsicherheit der Kundinnen und Kunden am höchsten.
Als Unternehmenberater und Leadership Coach möchte ich vor dem Hintergrund der aktuell zahlreichen Krisen das Bewusstsein für situative Führung schärfen.
Gerade im Falle einer echten Krise steigt die Verunsicherung im Team, Ängste und Stressreaktionen werden aktiviert. Von Seiten der Führungskraft braucht es daher:
- verstärkte Präsenz
- unaufgeregtes Handeln
- und spürbare Richtung
Daher ist in echten Krisenzeiten oft ein vorübergehend direktiverer Führungsstil angebracht, um Orientierung und Halt zu geben. Erfolgreiches Krisen-Management gelingt durch klare Priorisierung und die Fokussierung auf das Wesentliche. Unterstützend wirken zudem eine temporär höhere Taktung in der Meetingfrequenz und das Hinspüren, was das Team momentan braucht. Dieses engere Zusammenrücken hebt die Resilienz, stabilisiert das Team und die Fähigkeit Ihrer Organisation die Krise erfolgreich zu bewältigen.


